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Die Historie von Vonovia

2015 gegründet, ist Vonovia auf den ersten Blick ein noch junges Unternehmen. Doch unter ihrem Dach sind über die Vorgängergesellschaften mehr als 100 Jahre Geschichte vereint. Drei Entwicklungslinien bilden die Basis von Vonovia: die GAGFAH, die Eisenbahnerwohngesellschaften und die Vereinigte Stahlwerke AG. Nicht nur das häufig ähnliche gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Umfeld verband die Vorgängerunternehmen, vielmehr zieht sich bei allen Vorgängern das Thema „Wohnraum schaffen“ wie ein roter Faden durch die Jahrzehnte. Diese Zielsetzung wird von Vonovia als Dienstleister rund um das Zuhause weitergeführt.


Eisenbahnersiedlung für Angestellte

1918 bis 1945: Die ersten Jahrzehnte der Vorgängergesellschaften

Drei Hauptlinien bilden die Grundlage der Vonovia SE: Die 1918 gegründete Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten (GAGFAH), die ersten Eisenbahnerwohnungsgesellschaften (ab 1918) sowie die Wohnungsunternehmen der 1926 gegründeten Vereinigten Stahlwerke AG. Zwei Dinge hatten alle gemeinsam:
Zum einen die Absicht, für ihre Zielgruppen – Angestellte, Eisenbahner und Arbeiter – Wohnraum zu schaffen. Zum anderen die Gemeinnützigkeit: Die Gesellschaften hielten bestimmte soziale Kriterien bei der Wohnungsvergabe und -verwaltung ein und erhielten dafür steuerliche Vorteile. Während des Nationalsozialismus rückte die Rüstungswirtschaft in den Fokus: Gefördert wurden vor allem Bauten, die den politischen Zielen des Regimes dienten.
In gewissem Rahmen setzten die Vorgänger von Vonovia Fremdarbeiter ein, hauptsächlich aus den Niederlanden, Dänemark und Italien. Infolge des Bombenkrieges waren 1945 etwa 3,6 Millionen Häuser und damit ein großer Teil der Wohnungsbestände zerstört.

Eisenbahnersiedlung für Angestellte

Neubau der Nachkriegszeit
Neubau der Nachkriegszeit

Wachstum, Krisen und Neuorientierung von 1946 bis in die 1990er

Der Wiederaufbau Deutschlands war eine Herkulesaufgabe, zu der die Bauwirtschaftmerklich beitrug. Bis in die 1970er-Jahre wuchsen die Vorgängerunternehmen von Vonovia vor allem dank der Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus und neuer Branchenimpulse wie Eigentumswohnungen und Trabantenstädte. Mitte der 1970er-Jahre galt die Wohnungsnot der Nachkriegszeit offiziell als behoben. Internationale Probleme wie etwa die Ölkrisen führten in Deutschland u.a. zu steigenden Arbeitslosenzahlen.
Daraufhin mussten sich die Vorgängergesellschaften neu orientieren, und setzten den Schwerpunkt ihrer Geschäfte auf Verwaltung und Instandhaltung. Ende 1989 trat mit dem Wegfall der Gemeinnützigkeit für Wohnungsunternehmeneine wichtige Veränderung für die Vorgänger von Vonovia in Kraft. Der Wohnungsmarkt erfuhr einen Innovationsschub: In den neuen Bundesländern setzte ein Bauboom ein, zudem erweiterten die Vorgängergesellschaften ihr Angebot um wohnungsnahe Dienstleistungen.

Zwingliplatz Eltingviertel Essen

2000 bis heute: Der Weg zum Dienstleister rund um das Zuhause

Um die Jahrtausendwende veränderten internationale Investoren den deutschen Immobilienmarkt. Die Deutsche Annington erwarb mit Ihrem Eigner Terra Firma 2001 die Eisenbahnerwohnungsgesellschaften und wurde 2006 mit der Übernahme der Viterra AG zum größten deutschen Wohnungsunternehmen.
2004 ging die GAGFAH in den Besitz des Investors Fortress über. Deutsche Annington und GAGFAH übernahmen zahlreiche Wohnungsbestände in ganz Deutschland. Die Deutsche Annington modernisierte ihre internen Strukturen, was jedoch zu zahlreichen Mieterbeschwerden führte.
Nach erfolgreichem Gegensteuern  ab 2010 ging das Unternehmen 2013 an die Börse. Auch die GAGFAH kämpfte mit Negativschlagzeilen, konnte dem aber ebenfalls entgegenwirken.
Bis 2014 zogen sich Terra Firma und Fortress als Eigner zurück. 2015 folgte auf den Zusammenschluss von Deutsche Annington und GAGFAH die Umbenennung in Vonovia. Das Unternehmen versteht sich heute als Dienstleister rund um das Zuhause und ist auch international tätig.
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Meilensteine der Unternehmenshistorie

1918 - 1933

Gründungszeit der Vorgängergesellschaften

Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Deutschland Wohnungsnot. Die Vorgänger GAGFAH, Eisenbahnergesellschaften und Vereinigte Stahlwerke machten es sich zur Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Rahmenbedingungen wie Inflation und die Wirtschaftskrise 1929 erschwerten ihre Aktivität.


1918: Gründung der GAGFAH sowie der ersten Eisenbahnerwohnungsgesellschaft


Die Immobilienbranche lag nach dem Ersten Weltkrieg am Boden, in Deutschland fehlten rund 800.000 Wohnungen. Daher gewährte der Staat erstmals steuerliche Vorteile, sofern ein Wohnungsunternehmen bestimmte soziale Kriterien einhielt. In der Folge wurden zahlreiche gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen gegründet – so wie die GAGFAH (Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten). Laut Gründungssatzung war das Ziel die „Beschaffung gesunder Wohnungen zu angemessenen Preisen für minderbemittelte Familien und Einzelpersonen“. Wie bereits aus dem Namen erkennbar, lag der Fokus auf Angestellten, die als Zielgruppe bisher keine große Rolle im Wohnungswesen gespielt hatten. Das in ganz Deutschland tätige Unternehmen setzte früh auf typisierte Neubauten: Serielle Fertigung, erleichterte Planung, Ausführung und Instandhaltung sollten die Mieten auf erschwinglichem Niveau halten.

Im selben Jahr startete die Wohnungsgesellschaft Ruhr-Niederrhein mbH in Essen. Die Reichsbahn beteiligte sich an dieser Gesellschaft, um ihren Eisenbahnern den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu erleichtern.

1923: Gründung der Deutschbau

Im Jahr der Hyperinflation wurde in Kiel die Wohnungsbaugesellschaft Deutschbau ins Leben gerufen. Ihre wichtigste Zielgruppe waren Angehörige der Marine. Die Deutschbau ging von 1997 bis 2004 schrittweise in den Besitz der Viterra AG über.

1925: Gründung der Gemeinnützigen Eisenbahnwohnungsbaugesellschaft mbH in Köln

1925 gründete die Reichsbahn ihre erste eigene Wohnungsbaugesellschaft für Eisenbahner. Weitere folgten in Berlin und Hamburg, bis 1954 wurden es insgesamt 18 Gesellschaften.

1926: Gründung der Vereinigten Stahlwerke AG

1926 schlossen sich verschiedene Konzerne der Montanindustrie, darunter Thyssen und Phoenix, zur Vereinigten Stahlwerke AG zusammen. Sie brachten rund 60.000 Werkswohnungen in den Konzern ein.

1933 - 1945

Die Jahre des Nationalsozialismus

Neuorganisation, Umfirmierung, Anpassung an die Anforderungen des Regimes, wenig Wachstum bis hin zum Baustopp: Die Zeit des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkrieges stellten die Vorgänger von Vonovia vor Herausforderungen. Sie waren Teil des Systems, ob sie wollten oder nicht.


1933: Gründung von vier Wohnungsgesellschaften zur Verwaltung der Immobilien der Vereinigten Stahlwerke AG

Zum 1. Juli 1933 überführten die Vereinigten Stahlwerke ihre Wohnungsbestände in die vier regional tätigen Wohnungsbaugesellschaften Rheinisch-Westfälische Werkswohnungs-AG, Essen, Westfälische Werkswohnungs-AG, Dortmund, Rheinische Werkswohnungs-AG Duisburg und Westdeutsche Wohnhäuser AG, Düsseldorf.

Ziel war eine verbesserte Bewirtschaftung der Immobilien, außerdem sollten sie dauerhaft zur Deckung des Wohnraumbedarfs beitragen. Abgesehen von der Westdeutschen Wohnhäuser AG wurden die Unternehmen als gemeinnützig anerkannt. Sie durften daher nur begrenzt mit der Bauwirtschaft verflochten sein, nicht als Bauunternehmer für Dritte tätig werden und die Verzinsung von Kapitaleinlagen wurde auf vier Prozent begrenzt. Im Gegenzug erhielten die Unternehmen Steuererleichterungen.

1938: Entstehung der Wohnstätten AGs durch Umbenennung

Die drei 1933 gegründeten gemeinnützigen Wohnungsgesellschaften Rheinisch-Westfälische Werkswohnungs-AG, Westfälischen Werkswohnungs-AG, Dortmund und der Rheinischen Werkswohnungs-AG Duisburg wurden in Wohnstätten AGs umbenannt. Die nicht als gemeinnützig anerkannte Westdeutsche Wohnhäuser AG, Düsseldorf blieb separat bestehen.

1940: Zeit des Nationalsozialismus

Die Nationalsozialisten propagierten im Bausektor vor allem Kleinsiedlungen für Arbeiter, in der Praxis jedoch wurde auch in den Städten gebaut. Die Vorgängerunternehmen von Vonovia wurden in ihren Führungsebenen zum Teil mit Nationalsozialisten besetzt.
Jüdische Gremienmitglieder mussten die Unternehmen ebenso verlassen wie politisch unliebsame. Besonders für die GAGFAH ist dies bekannt.
Nachdem die Bautätigkeit des Landes den Zielen der Kriegswirtschaft untergeordnet wurde, übernahm die GAGFAH Siedlungsbauaufträge für die SS, in den Wohnstätten AGs wurden nach 1940 Fremdarbeiter vor allem aus den Niederlanden eingesetzt.

1946 - 1960

Buchstäblicher Wiederaufbau

Nach dem Zusammenbruch und der Kapitulation Deutschlands 1945 lag der Wohnungsmarkt am Boden. Anfänglicher Zwangswirtschaft folgten erneuerte staatliche Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau in Ost und West. Stadtbilder veränderten sich, der Rückzug ins Private wurde durch die Wohnungswirtschaft zunehmend begünstigt.


1946: Zwangswirtschaft in der Wohnungsbranche


1946 führten die Alliierten eine Zwangsbewirtschaftung von Wohnraum ein: Wohnungen wurden zugeteilt, es gab keinen freien Markt mehr. Die Mietpreise entsprachen nach wie vor dem Stand von 1936 und wurden auf diesem Level eingefroren. In der späteren DDR blieben diese Preise bis 1990 bestehen.

Direkt nach dem Krieg waren für viele Menschen Lager und Notunterkünfte ihr neues Zuhause.

1950/51: Beginn des Wiederaufbaus und Start einer neuen Wohnungspolitik

Das erste Wohnungsbaugesetz von 1950 und das Wohneigentumsgesetz von 1951 waren Teil einer neuen Wohnungspolitik, die die 1946 eingeführte Zwangswirtschaft ablöste. Die Gesetze legten die Basis für den sozialen Wohnungsbau in Westdeutschland sowie für den Bau von Eigentumswohnungen. Die Vorgängerunternehmen von Vonovia waren vornehmlich im gemeinnützigen Wohnungsbau tätig, die GAGFAH außerdem zunehmend im Eigenheimbau. Der typische Baustil waren Häuser oder Häuserzeilen mit drei bis vier Stöcken, dazwischen viele Grün- und Nutzflächen.

1953: Neue Weichenstellungen bei der GAGFAH sowie den Wohnstätten AGs

Die neu gegründete Bundesversicherungsanstalt für Angestellte wurde zum neuen Hauptaktionär der GAGFAH, wodurch für die Zukunft Planungssicherheit herrschte. Auch die Wohnstätten AGs erhielten nach der Auflösung der Vereinigten Stahlwerke AG neue Besitzer. Nun waren jene dreizehn Unternehmen die neuen Aktionäre, die sich ursprünglich in den Vereinigten Stahlwerken zusammengeschlossen hatten. Aufgrund der gemeinsamen Interessen – Bindung der Mitarbeiter an die Unternehmen – waren auch sie an Kontinuität in der Wohnungswirtschaft interessiert.

1954: Gründung der GBW Frankfurt


Mit der Gemeinnützigen Bundesbahn Wohnungsgesellschaft mbH entstand die letzte von 18 bahneigenen Wohnungsgesellschaften in Frankfurt.

1960: Enorme Bauleistung


Während 1950 noch etwa sechs Millionen Wohnungen in Westdeutschland fehlten, waren 1960 rund fünf Millionen neue Wohnungen fertiggestellt – 40 bis 50 Prozent davon durch gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften. Damit trug die Branche – und somit auch die Vorgängerunternehmen von Vonovia – erheblich zum Wirtschaftswunder bei.

1961 - 1973

Mit neuen Ideen aus der Wohnungsnot

Trotz enormer Bauleistungen – an denen auch die Vorgänger von Vonovia Anteil hatten – blieb die Wohnungsnot eines der zentralen Probleme in der Bundesrepublik. Während des zweiten Wirtschaftswunderjahrzehnts entstanden neue Wohnkonzepte: Trabantenstädte in Ost und West sowie Hochhäusersiedlungen in Stadtrandlagen standen für modernes Wohnen.


1961: Vorgänger reagierten auf verändertes Umfeld


Der Strukturwandel des Ruhrgebiets ab den 1960er-Jahren hatte auch für die Wohnungsunternehmen Folgen. So gab es immer weniger Industriearbeiter, was eine geringere Nachfrage nach Werkswohnungen und somit weniger Neubauten zur Folge hatte. Stattdessen ergänzten die Unternehmen ihre Tätigkeiten um Bestandspflege und um Beiträge im Bereich des Städtebaus sowie im kommunalen Wohnungsbau.

1966: Entstehung von Trabantenstädten und Plattenbauten

Zum Inbegriff modernen Wohnens wurden die ab Mitte der 1960er-Jahre geplanten Trabantenstädte an Stadträndern in West und Ost, zu denen auch die Plattenbauten zählten. Sie sollten den Bewohnern alles Lebensnotwendige bieten: Geschäfte, Vereine, Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen. Heute zählen zahlreiche dieser Viertel zum Bestand von Vonovia.

1970: Eigenheimbau als Standbein der GAGFAH

Die GAGFAH gehörte im Bereich der Eigenheime seit den frühen 1950er-Jahren zu den Pionieren der Branche. 1960 waren bereits 3.000 Eigenheime verkauft, bis 1970 stieg die Zahl auf 11.000 an und entwickelte sich so zu einem wichtigen Standbein der GAGFAH.

1973: Deutschland und Wohnungsbranche im Wandel


Seit Beginn des neuen Jahrzehnts hatte sich Deutschland verändert. Der Westen stand als reife Industrienation an der Schwelle zu einer Dienstleistungsgesellschaft. Es herrschte Vollbeschäftigung, die Wohnungsnot galt 1973/74 offiziell als behoben. 1973 war ein Rekordjahr für die Branche: 714.000 fertiggestellte Wohnungen wurden verzeichnet. Internationale Krisen, insbesondere die Ölkrise, dämpften jedoch auch in Deutschland die Wirtschaft. Neubau entstand praktisch nur noch auf Anfrage.

1974 - 1989

Vom Boom bis zur Wende

Mit Ende der Wohnungsnot 1973/74 veränderten sich nach einem Bauboom die Strategien der Vorgänger von Vonovia. Bestandserhaltung und Modernisierung rückten in den Vordergrund. Zudem erfuhren einige Vonovia Vorgänger organisatorische Veränderungen. Das Jahr 1989 brachte eine weitere tiefgreifende Veränderung für die gesamte Branche.


1974: Eröffnung der Hauptverwaltung für die Wohnstätten-AGs in Bochum


Der Strukturwandel seit den 1960er-Jahren führte nach und nach zu einer veränderten Aktionärsstruktur bei den Wohnstätten AGs.
Neuer Hauptaktionär wurde die Gelsenberg AG. Im November 1974 wurde die gemeinsame Hauptverwaltung für die Wohnstätten AGs in der Philippstraße 3 in Bochum eröffnet.

1979: Entstehung der Veba Wohnstätten AG

Die 1933 gegründeten Wohnstätten-Unternehmen und verbleibende Anteile der Westdeutschen Wohnhäuser AG gingen in der VEBA Wohnstätten AG auf.
Die VEBA AG hatte 1976 die Mehrheit der Anteile von der Gelsenberg AG übernommen.

1982: Ein kurzer Aufschwung gegen den Trend

Aufgrund der veränderten Marktlage – weniger Nachfrage, weitgehende Behebung der Wohnungsnot – setzten alle Vorgänger von Vonovia auf die Bestandspflege. Die Bereiche Modernisierung und Neubau traten in den Hintergrund. Eine kurze Ausnahme gab es zu Beginn der 1980er-Jahre bei der VEBA: Da der Kohleabbau einen zwischenzeitlichen Aufschwung nahm, entstanden für die Arbeiter Neubauten.

1989: Aufhebung der Gemeinnützigkeit für Wohnungsunternehmen

In den frühen 1980er Jahren erschütterte ein Skandal die Wohnungsbranche: Den Managern des Wohnungsunternehmens „Neue Heimat“ wurde vorgeworfen, sich auf Kosten der Mieter bereichert zu haben. Zu diesen Negativschlagzeilen kam in der Politik der Eindruck hinzu, die wesentlichen Ziele des gemeinnützigen Wohnungsbaus seien erreicht. Deswegen kam es zu einem entscheidenden Einschnitt für die Wohnungsbranche: Zum Jahresende 1989 wurde die Gemeinnützigkeit für Wohnungsbauunternehmen abgeschafft. Steuerliche Privilegien fielen damit zwar weg, allerdings eröffneten sich somit neue unternehmerische Chancen für die Vorgänger von Vonovia.

1991 - 2000

Dynamisierung des Marktes

Nachdem zum Jahreswechsel 1989/1990 die Gemeinnützigkeit für Wohnungsunternehmen abgeschafft worden war, geriet der Markt in Bewegung. Die Vorgänger von Vonovia stellten sich der Entwicklung mit erweiterten Dienstleistungen. Fusionen veränderten den Markt und schufen erste Wohnungsunternehmen von überregionaler Bedeutung.


1991: Gründung der GAGFAH BIV


Die GAGFAH setzte in den 1990er-Jahren weiterhin auf ihre Kernaufgabe, Wohnraum nach bestimmten sozialen Kriterien zu schaffen.
Speziell mit Blick auf die neuen Bundesländer rief sie zudem die GAGFAH BIV (Bauträger- und Immobilienverwaltungsgesellschaft) ins Leben. Diese Gesellschaft half zahlreichen Kommunen, die von den Volkseigenen Betrieben übernommenen Wohnungsbestände zu verwalten, zu sanieren und mitunter zu privatisieren.

1993: Gründung der VEBA Immobilien AG

Mit Aufhebung der Gemeinnützigkeit Ende 1989 richtete sich die VEBA WOHNEN schrittweise neu aus. Zum klassischen Wohnungsgeschäft kamen bald Immobiliendienstleistungen, Grundstücksentwicklung, elektronische Datenverarbeitung und einige weitere Arbeitsfelder ins Portfolio. 1993 strukturierte sich die Gruppe neu, um mit einer schlankeren Organisation die eigene Innovationskraft zu erhöhen.

1994: Privatisierung der Bahn


Mit der Umwandlung der Bahn in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1994 wurden aus den Eisenbahnerwohnungsbaugesellschaften am freien Wohnungsmarkt tätige Tochterfirmen des Bundeseisenbahnvermögens.

1997: Imageschaden für die VEBA Immobilien

Managern der VEBA Immobilien wurde 1997 vorgeworfen, Leistungen von Fremdfirmen für private Zwecke eingesetzt und die Kosten dafür in Mietnebenkostenabrechnungen der Mieter versteckt zu haben. Eine unabhängige Schiedsstelle untersuchte die Vorwürfe. Insbesondere die Instandhaltungskosten wurden als Einfallstor für Manipulationen identifiziert. Systematischer Betrug wurde durch die Schiedsstelle jedoch ausgeschlossen. Sie beendete ihre Arbeit im Jahr 2001.

1998: Fusion der Raab Karcher AG mit der VEBA Immobilien AG

1998 fusionierte die VEBA Immobilien AG mit Raab Karcher, einem Dienstleister in den Bereichen Baustoffhandel, Wärme- und Haustechnik. Beide Unternehmen gehörten bereits der VEBA AG und wurden nun zusammengeführt.
Die neue Gesellschaft verfügte über einen Immobilienbestand von 138.000 Wohnungen in ganz Deutschland. Oberstes strategisches Ziel wurden der Kauf und gewinnbringende Verkauf von Wohnungen.

2001 - 2010

Private Equity dominiert die Branche

Die Privatisierung des Bundeseisenbahnvermögens ebnete den Weg für internationale Investoren in den deutschen Wohnungsmarkt. Eine rasante Marktbereinigung förderte in den Folgejahren die Entstehung weniger großer Wohnungsunternehmen. Der gewinnbringende Verkauf von Wohnungen stand oftmals im strategischen Vordergrund der Vorgänger von Vonovia.


2001: Übernahme des Eisenbahnvermögens des Bundes durch die Deutsche Annington


Die Deutsche Annington erwarb 2001 zehn der 18 Wohnungsbaugesellschaften des Bundeseisenbahnvermögens mit etwa 65.000 Wohnungen.
Eigner der Deutschen Annington war der Investor Terra Firma.

2004: Übernahme der GAGFAH durch den Finanzinvestor Fortress

Der Kauf der GAGFAH durch den Investor Fortress wurde 2004 in erster Linie deshalb möglich, weil der bisherige Eigner, die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, aufgrund einer veränderten Gesetzeslage verpflichtet war, nicht betriebsnotwendiges Vermögen abzustoßen.
Ähnlich wie bei der Deutschen Annington war dies der Startschuss in eine mehrjährige Phase des Wandels, der Akquisitionen und Fusionen.

2005: Übernahme der Viterra AG durch Deutsche Annington

Mit der Übernahme der Viterra AG durch die Deutsche Annington entstand 2005 das größte deutsche Wohnungsunternehmen mit 230.000 Wohnungen. Um mit dem Wachstum Schritt zu halten, strukturierte sich die Deutsche Annington ein Jahr später neu. Sieben Regionalgesellschaften wirkten jeweils dezentral vor Ort, unterstützt durch zentralisierte Schlüsselfunktionen, etwa im Rechnungswesen oder im Einkauf.

2006: Fortress übernimmt die WOBA Dresden und gliedert sie in die GAGFAH ein


2006 übernahm Fortress einen weiteren großen Wohnungsanbieter: die im städtischen Besitz befindliche WOBA Dresden. 40.000 Wohnungen wurden in den Bestand der GAGFAH eingegliedert. Durch die Veräußerung wurde Dresden zur ersten schuldenfreien Großstadt Deutschlands.

2009: Digitalisierung der Mieterverwaltung und Zentralisierung des Mieterservices bei der Deutschen Annington

2009 plante die Deutsche Annington, das Gesamtunternehmen effizienter zu gestalten. Seit 2008 waren interne Abläufe, vor allem in der Mieterbetreuung, analysiert worden.
Eines der Ergebnisse war, binnen weniger Monate rund 50 Millionen Blatt Papier zu digitalisieren und sie einem zentralen Mieterservice zur Verfügung zu stellen. Mitarbeiter erhielten moderne Kommunikationsmittel zur Unterstützung und erhielten Schulungen zur Vorbereitung auf ihre neuen Aufgaben.

2011 - 2018

Vonovia entsteht

Anfang der 2010er Jahre war die Zufriedenheit vieler Mieter stark gesunken. Die Vorgänger von Vonovia reagierten, indem sie ihre Strategien anpassten und ihren Kontakt zu ihren Kunden verbesserten. Private Equity-Firmen zogen sich zunehmend zurück. Diese Entwicklung sowie Übernahmen und Fusionen führten zur Gründung von Vonovia.


2011: Gründung Deutscher Technischer Gebäudeservice, der eigenen Handwerker-Organisation der Deutschen Annington


Die Digitalisierungsoffensive von 2009 war nur teils erfolgreich: Zu viel Outsourcing, zu große Distanz zum Kunden, Unzufriedenheit der Mieter, Sanierungsstau und Informationsverluste waren nur einige der Folgen. Das Unternehmen steuerte gegen und gründete 2011 die eigene Handwerkerorganisation Deutscher Technischer Gebäudeservice (heute: Vonovia Technischer Service). Allein bis 2013 wurden etwa 1.000 neue Mitarbeiter eingestellt, um die Kundenbetreuung vor Ort zu verbessern.

Im selben Jahr ging die Deutsche Annington eine Partnerschaft mit der Telekom ein, um etwa 171.000 Wohnungen mit einem erweiterten TV-Angebot und einem Anschluss an das Glasfasernetz auszustatten.

2013: Börsengang Deutsche Annington, Aufnahme in S-Dax und Rückzug des Investors Terra Firma

Infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise musste die Deutsche Annington Umschuldungsmaßnahmen durchführen. Diese machten die Deutsche Annington zugleich fit für einen lang geplanten Börsengang. Im Juli 2013 gelang der Börsenstart, das Unternehmen stieg im selben Jahr in den S-Dax auf. Der Haupteigner Terra Firma sah seine Erwartungen jedoch nicht vollumfänglich erfüllt und kündigte seinen Rückzug aus dem Unternehmen für 2014 an.

2014: Wendejahr für GAGFAH und Deutsche Annington

2014 war ein Jahr maßgeblicher Veränderungen für GAGFAH und Deutsche Annington: Die jeweiligen Haupteigner, Fortress und Terra Firma, trennten sich von ihren Anteilen. Beide Wohnungsunternehmen erhielten dadurch mehr unternehmerische Freiheiten.
Die Deutsche Annington wurde im selben Jahr in den M-Dax aufgenommen.

2015: Fusion Deutsche Annington mit der GAGFAH

„Wir wollen mit dem Zusammenschluss das führende Unternehmen auf dem deutschen Wohnungsmarkt von europäischer Dimension und mit Sitz in Nordrhein-Westfalen schaffen, das ertragsstärker und wettbewerbsfähiger ist.“ So beschrieb Rolf Buch, damals CEO Deutsche Annington, mit welchem Ziel die Deutsche Annington und die GAGFAH zu einem Wohnunternehmen verschmolzen wurden.

Im selben Jahr erfolgte die Umbenennung des größten europäischen Wohnungskonzerns in Vonovia sowie die Aufnahme in den Dax 30.

2017/18: Erster Schritt auf internationalen Märkten und Eröffnung neue Vonovia Unternehmenszentrale in Bochum

2017 übernahm Vonovia die österreichische conwert mit 24.500 Wohnungen und im darauffolgenden Jahr die ebenfalls österreichische Buwog mit 49.000 Wohnungen.
Die neue Unternehmenszentrale von Vonovia wurde im Sommer 2018 feierlich eröffnet.

Entwicklung von Vonovia im Schaubild

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