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Bunte Farbtupfer nach dem Wintergrau - wie bepflanze ich meinen Balkon?

  • Erlaubt ist was gefällt, aber nicht herunterfällt
  • Tipps für die Pflanzenauswahl
  • Urbanes Gärtnern fördert den Nachbarschaftsgeist

Bochum, 03.04.2017 - Endlich Frühling! Frühmorgens beginnen die Vögel zu zwitschern, die Sonnenstrahlen wärmen schon ein bisschen und in den Auslagen von Supermärkten und Gartencentern locken bunte Blumen. Die Natur erwacht aus dem Winterschlaf und vertreibt die Müdigkeit aus den Gliedern der Hobbygärtner, die endlich wieder mit Hacke, Schaufel und Rechen buddeln, pflanzen und ernten können.

Keine fliegenden Blumentöpfe: einfache Regeln

Aber nicht zu eilig: Frühblüher wie Krokusse und Schneeglöckchen, die jetzt schon aus der Erde ragen, müssen bereits im Herbst gepflanzt werden - ein Blick in den Pflanzenkalender gibt Auskunft, wann welche Pflanze ihre Zeit hat. Wer sichergehen will, dass seine zarten Pflänzchen auch den Sommer überstehen, der wartet mit dem Blumen Einsetzen die Eisheiligen ab, die in diesem Jahr vom 11. bis 15. Mai kommen.

Wer als Mieter seinen Balkon für die Saison fit machen will, muss ohnehin einige Grundregeln beachten. Balkonkästen und Blumentöpfe sind auf dem Balkon erlaubt - auch auf der Außenseite des Geländers. „Sie müssen aber ordnungsgemäß befestigt sein und nicht frei und ungesichert auf der Blumenbank stehen“, sagt Jana Kaminski, Pressesprecherin von Vonovia, einem der führenden Wohnungsunternehmen Deutschlands. Sonst sind sie gefährlich für Nachbarn und Passanten. Auch bei starkem Wind dürfen die Töpfe nicht herunterfallen. Wer sich nicht an diese Vorgabe hält, dem droht im schlimmsten Fall sogar eine Kündigung. Rankgitter dürfen auch angebracht werden, wenn sie nicht in die Bausubstanz eingreifen.

Alle weiteren Regeln sind eine Frage des rücksichtsvollen Zusammenlebens. Auch der Nachbar freut sich, wenn ein Balkon farbenfroh blüht. Doch sollte man beim Gießen aufpassen, dass das Wasser niemanden trifft. Wenn man langsam gießt, haben die Pflanzen sowieso mehr davon. Blüten und Blätter dürfen herunterfallen, daran kann man sie kaum hindern. Doch bevor die Pflanzen allzu sehr wuchern, sollte man sie besser zurückschneiden.

Ein Fest für die Sinne

Bunte Blumen machen Lust auf Frühling und Natur. Ein bepflanzter Balkon ist aber nicht nur eine Freude fürs Auge, er bietet noch mehr: Ein Fest für die Sinne etwa sind Vanilleblumen oder Duftpflanzen von Zitrus bis Pfefferminz. Würzige Zutaten für die frische Frühlingsküche sind duftende Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch, Petersilie oder Dill und Gemüse von Tomaten bis Kartoffeln. Und es gibt Balkonpflanzen, die der heimischen Tierwelt gut tun. So zieht etwa Lavendel Schmetterlinge an, Sonnenblumen und rote Fuchsien locken Vögel und Bienen finden ihren Nektar vor allem bei Ringel- und Glockenblumen, Hängewicken und Kapuzinerkresse. Letztere übrigens kann bis zu drei Meter groß werden und so als Sichtschutz dienen. Aber Vorsicht bei Rankpflanzen: Sie können Schäden an der Hausfassade verursachen und sind zudem oft giftig.

Norden, Westen, Süden, Osten - der Balkon kann in alle Himmelsrichtungen liegen. Am pflegeleichtesten sind Ost- und Westbalkone, weil hier die Mischung aus Sonne und Schatten optimal und die große Mittagshitze meist kein Thema ist. Bei knalliger Hitze oder Dauerschatten ist die Pflanzenauswahl schon schwieriger. Der Balkonklassiker Geranie etwa verträgt die Sonne gut, auch Petunien, Bougainvillea und Dahlien halten viel aus. Große, tiefe Töpfe speichern zudem mehr Feuchtigkeit. Für schattige Balkone sollte man lieber Fuchsien, Fleißige Lieschen, Farne oder Efeu wählen. „Im Zweifel einfach ausprobieren“, rät Kaminski. Ist der Balkon starkem Wind ausgesetzt, dann besser Hängeblumen meiden und Pflanzen mit kleinen Blättern nehmen, die nicht sofort austrocknen. Apropos Austrocknen: Balkonpflanzen muss man häufig gießen, weil der Wasservorrat in den Kästen begrenzt ist. Wenn dabei Wasser unten herausläuft, hilft ein Unterteller. Staunässe im Topf kann man mit einer Drainageschicht aus Ton unter der Blumenerde vermeiden. Und wer verreisen möchte, kann Bewässerungskugeln oder eine umgedrehte Plastikflasche voll Wasser in die Erde stecken - oder den Nachbarn fragen, ob er gießt.

Stichwort Schädlinge - ein häufiges Ärgernis nicht nur für den Hobbygärtner, sondern auch die Nachbarn. Der beste Schutz dagegen ist die richtige Pflege der Balkonblumen, denn Blattläuse. Schnecken und Co. greifen am liebsten schwache Pflanzen an. Auch die Auswahl ist entscheidend: Thymian zum Beispiel schreckt Schnecken und Pilze ab, Kapuzinerkresse hält Blattläuse fern, Lavendel die Ameisen. Wenn es doch passiert, die Schädlinge einfach mit einem feuchten Tuch abstreifen oder befallene Triebspitzen wegschneiden. Blattläuse wird man gut los, wenn man sie mit kaltem schwarzem Tee besprüht. Man braucht gar nicht unbedingt die Chemiekeule auspacken, damit alles wächst und gedeiht.

Urbanes Gärtnern für mehr Lebensqualität

Ein Blick über den Balkonrand: Sicherlich ist ein eigener Balkon mit bunt blühenden Blumen eine Augenweide. Aber als Stadtmensch hat man noch mehr Möglichkeiten, etwas Landfeeling in sein Umfeld zu bekommen. Unter dem Stichwort „Urbanes Gärtnern“ finden sich immer mehr naturbegeisterte Menschen zusammen, die mitten in der Stadt - in Hinterhöfen, auf Dächern und Parkplätzen - grüne Oasen schaffen, indem sie Blumen, Kräuter und Gemüse pflanzen. Mit viel Kreativität lassen sie auch die kleinsten Flecke erblühen. Auch in Mietshäusern ohne Garten können solche Nachbarschaftsgärten im Hof oder zwischen den Häusern entstehen - die Erlaubnis des Vermieters vorausgesetzt. Das hat viele Vorteile: Der Lebensraum wird schöner, die Luftqualität verbessert sich und es entstehen neue Räume der Begegnung. Nachbarn lernen sich beim gemeinsamen Buddeln und Ernten besser kennen, können sich austauschen und voneinander lernen. Mit den Pflanzen wächst quasi die Gemeinschaft - sehr förderlich für eine gute Nachbarschaft.

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