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Servicemeldung

Fakten in Serie: „Mieter fragen – Vermieter antworten“

Bochum, 26.01.2016 – – „Wir wohnen nicht, um zu wohnen, sondern wir wohnen, um zu leben.“, stellte einst der deutsche Theologe Paul Johannes Tillich in zeitloser Richtigkeit fest. Die eigene Wohnung ist vielen Deutschen auch heutzutage der Mittelpunkt ihres Lebens. Trautes Heim, Glück allein – hierzulande meistens im Rahmen eines Mietvertrags: Statistiken zufolge lebt ein Großteil der Deutschen zur Miete – im Jahr 2015 waren es rund 35 Millionen. Für sie gelten andere Bestimmungen und Richtlinien als für Eigentümer von Wohnungen oder Häusern. Deutschland, einig Mieterland? Nicht immer, denn um viele Fragen des täglichen Zusammenlebens ranken sich Mythen und Missverständnisse. Max Niklas Gille, der Pressesprecher von Vonovia, eines der größten deutschen Wohnungsunternehmen, gibt Antworten auf Fragen, die sich viele Mieter stellen:

 

1.      Dürfen Mieter ihre Wohnung tapezieren, wie sie wollen?

 

„Selbstverständlich dürfen Mieter in ihrer Wohnung die Auswahl der Tapeten bestimmen – also auch neu tapezieren. Nur sollten sie darauf achten, dass die Wohnung im Falle eines Auszugs in der Regel wieder in den Ursprungszustand versetzt werden muss. Wer also beim Einzug weiße Standardtapeten an der Wand hatte und im Laufe der Mietzeit neue Muster tapeziert hat, muss das zum Ende des Mietverhältnisses wieder rückgängig machen. Das gilt auch für die Wandfarbe. Wenn man eine Mietwohnung mit weißen Wänden übernimmt, sie im Laufe der Zeit aber in neuen Farben streicht, muss man beim Auszug den ursprünglichen Zustand in etwa wiederherstellen. Ein Farbanstrich mit weißer Farbe, aber auch mit hellbeiger Farbe ist in Ordnung. Knallige Farben wie z.B. froschgrün sind hingegen nicht erlaubt, denn die Wohnung muss wiedervermietbar sein.“

2.      Darf man in einer Mietwohnung Ausstattungen austauschen oder Einbauten vornehmen?

 

„Wenn es hierzu keine anderslautenden, individuellen Vereinbarungen im Mietvertrag gibt, darf man als Mieter nur solche Umbauten ohne Genehmigung vornehmen, die sich im Falle eines Auszugs auch wieder rückstandslos entfernen lassen. Sollen also Einbauten montiert werden, z.B. wenn ein Hängeboden installiert werden soll, darf dieses Vorhaben nicht in die Bausubstanz der Wohnung eingreifen. Die Installation von neuen Fenstern oder Katzenklappen bedarf insofern einer Zustimmung des Vermieters, Wanddurchbrüche dürfen nicht vorgenommen werden. Andererseits ist z.B. der Einbau von Hochbetten für Kinder in der Regel gestattet – idealerweise hält man vorab aber generell Rücksprache mit seinem Vermieter.“

 

3.      Muss ich als Erbe eines verstorbenen Mieters den Mietvertrag kündigen?

 

„Stirbt der Mieter, so wird der bisherige Mitmieter zum alleinigen Mieter. Ist ein solcher nicht vorhanden (war der Verstorbene Alleinmieter), so treten zunächst alle diejenigen Personen automatisch in die Rechte und Pflichten ein, die mit dem Verstorbenen in häuslicher Gemeinschaft wohnten (z.B. die Haushälterin). Lebte also z.B. ein Kind mit dem verstorbenen Witwer zusammen, dann tritt das Kind automatisch in die Rechte und Pflichten des Mietvertrages ein. Sind die o.g. Personen nicht vorhanden, treten die Erben des Verstorbenen automatisch in den Mietvertrag ein. Die Erben haften für eventuelle Nachforderungen des Vermieters.

Will man die Wohnung nicht bewohnen, muss man den Mietvertrag selbst kündigen. Dabei ist man an die gesetzliche Frist gebunden. Sowohl der Erbe, als auch der Vermieter haben das Recht, den Mietvertrag innerhalb eines Monats, nachdem sie vom Tod des Mieters Kenntnis erlangt haben, außerordentlich zu kündigen. Die Kündigung muss in Schriftform erfolgen. Danach hat der Erbe die Wohnung unverzüglich leerzuräumen.“

 

4.      Ich habe meinen Mietvertrag gekündigt. Wann bekomme ich die Kaution zurück?

 

„Wenn eine Mietwohnung nach der Kündigung des Mieters vereinbarungsgemäß zurückgegeben wurde, wird geprüft, ob die Kaution ausgezahlt werden kann. Sind alle Mietzahlungen und etwaige Nachzahlungen aus Nebenkostenabrechnungen beglichen, wird die Auszahlung der Kautionssumme veranlasst. Der Vermieter hat aber das Recht, die Kaution für eventuelle, nachträglich auftretende Forderungen bis zu sechs Monate nach Vertragsende einzubehalten. Nach spätestens einem halben Jahr, in der Regel aber früher, erhalten Mieter, die keine offenen Rechnungen haben, ihre Kaution zurück.“